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Moodle

Glossar


Das Glossar in Moodle ist eine Aktivität, bei der die Teilnehmer*innen eine Liste von Definitionen, wie in einem Lexikon oder Wörterbuch erstellen und pflegen oder Ressourcen und Informationen sammeln und organisieren können. Das Glossar wird von den Kursleiter*innen angelegt und kann dann von den Teilnehmer*innen gefüllt werden.

Das Kompetenzzentrum hat das Glossar des Typs Sekundärglossar in Moodle 4.1 getestet, als Editor war TinyMC eingestellt. Da ein wesentlicher Teil der Arbeit am Glossar im Editor stattfindet, können große Teile der Ergebnisse auch auf andere Aktivitäten übertragen werden, bei denen die Teilnehmer*innen den Editor nutzen.

Testergebnisse

Stand: April 2024

Das Glossar lässt sich grundsätzlich gut mit assistiven Technologien bedienen. Die Arbeit mit dem Editor wurde von den meisten Testpersonen als zum Teil umständlich und wenig intuitiv beschrieben, wenn es um Formatierungen von Überschriften und Tabellen oder Einfügen von Bildern und Links usw. ging. Sie haben nicht immer erkannt, wie man die Formatierungsleiste aufklappen kann und fanden die Einsortierung der Überschriftenformatierung unter „Blöcke“ als nicht intuitiv. Dies hat sich vor allem auf die Screenreadernutzung ausgewirkt. Die Usability des Editors könnte optimiert werden. Dazu gehört auch, dass der programmeigene Barrierefreiheitstest in der Regel nicht gefunden wird, wenn man nicht weiß, dass es ihn gibt.

Insgesamt konnten aber alle Testpersonen die Aufgaben erfüllen, nur einzelne Formatierungsoptionen im Editor konnten mit einzelnen assistiven Funktionen nicht bedient werden. 

Übersicht: Usability bei verschiedenen Arbeitstechniken

Hilfsmittel/ArbeitstechnikTestergebnisEmpfehlung
Screenreaderfunktioniert gut

+

Tastaturbedienungfunktioniert gut

+

Sprachsteuerung (iOS)funktioniert gut

+

Vergrößerung/Kontrastefunktioniert gut

+

ohne assistive Technologiefunktioniert gut

+

+ = gut geeignet; o = mittelmäßig geeignet, Anpassungen nötig; − = ungeeignet

Hinweise für Nutzer*innen

Das Glossar kann mit Screenreadern benutzt werden, es können Einträge angelegt, im Editor verändert und kommentiert werden. Allerdings ist die Menüführung im Editor kompliziert und gewöhnungsbedürftig.

Barrieren

  • Einige Formatierungsfunktionen im Editor TinyMC funktionieren mit dem Screenreader nicht. So konnte die Testperson zum Beispiel keine Liste anlegen, Tabellen einfügen und keine Wörter fetten.
  • Man erhält kein Feedback, ob Farbänderungen bei Worten umgesetzt wurden.

Hinweise für die Nutzung

  • Einträge über das Alphabet zu suchen, ist aufwendig, da der Fokus nicht direkt zum Eintrag springt. Das Suchfeld ist die bessere Option, wenn man den Begriff kennt.
  • Die Formatierungsleiste des Editors ist zum Teil kompliziert. So gibt es für die Formatierung von Tabellen zwei Menüs. Die Einsortierung der Formatierungsoptionen ist nicht immer intuitiv. Deshalb empfiehlt es sich, die verschiedenen Untermenüs einmal durchzuklicken.
  • Listen können mit dem Screenreader nicht angelegt werden. Tabellen können angelegt, aber nicht weiter formatiert werden. Auch das Fetten von Wörtern hat weder über die Formatierungsleiste noch mit dem Shortcut funktioniert.

Mit der Tastatur lässt sich das Glossar ohne Probleme bedienen. Alle Funktionen und Aufgaben konnten ausgeführt werden. Es gab nur eine Barriere beim Anlegen von Links.

Barrieren

  • Im TinyMC Editor lassen sich mit der Tastatur keine Links über die Formatierungsleiste anlegen. Man kann zwar alle Felder im Dialogfeld ausfüllen und die Schalter klicken. Aber der Link erscheint nicht.

Hinweise für die Nutzung

  • Im TinyMC Editor gelangt man mit der Tastenkombination alt + F9 in die Formatierungsleiste und kann dann über die Tab- und Pfeiltasten alle Formatierungsoptionen erreichen. 

Mit der Sprachsteuerung lässt sich das Glossar problemlos nutzen und alle Funktionen erreichen und aktivieren. Die Testperson hat lediglich nicht erkannt, dass sich die Formatierungsleiste im Editor aufklappen lässt. Das ist ein Problem der Usability, keine Barriere bei der Sprachsteuerung.

Screenshot 1: Text im Bild: "Zelleigenschaften", "Allgemein - Erweitert", "Bereich: Spalte", "Horizontal ausrichten: keine", "Vertikal ausrichten: keine", Screenshot 2: kurzer Text über Chile, darunter Verlinkungsangabe eines Bildes, darunter Anzeige 4 Userkommentare Bitte Bildnachweis einfügen
Screenshot 1 (oben): Dialogfenster Tabelleneigenschaften bei 200% Vergrößerung und Screenshot 2 (unten): Glossareintrag mit Kommentaren

Das Glossar kann gut mit Vergrößerung, ZoomText und Lupen genutzt werden. Die Barrieren betreffen einige wenige Formatierungsoptionen im Editor.

Barrieren

  • Editor TinyMC: Bei einer Vergrößerung ab 200 % werden manche Dialogfenster für Formatierungen nicht mehr ganz dargestellt, es kann auch nicht gescrollt werden. Deshalb können z. B. Tabellenformatierungen, Farbänderungen und Bild einfügen nicht ausgeführt werden (Screenshot 1).
  • Die Kommentare sind im Vergleich zu den Glossareinträgen sehr klein dargestellt (Screenshot 2).

Usability-Problem

  • Im Editor TinyMC sind nicht alle Formatierungsoptionen einfach und intuitiv zu finden. So ist es z. B. nicht intuitiv, die Überschriftenformatierung unter „Blöcke“ einzuordnen.

Hinweise für die Nutzung

  • Wenn im Editor Formatierungen vorgenommen werden müssen, ist es einfacher, mit der Lupe zu vergrößern. Im Seitenzoom ab 200 % werden manche Dialogfenster nicht vollständig dargestellt und es können nicht alle Felder und Schalter erreicht werden. Alternativ muss zwischen größerer und kleiner Vergrößerung gewechselt werden, um alle Schalter zu erreichen.

Hinweise für Lehrende

Es empfiehlt sich, den Aufbau des Editors zu erklären, da die Tester*innen nicht alle Funktionen gefunden haben:

  • Insbesondere die Formatierungsoptionen von Überschriften (Screenshot 3) und Tabellen wurden nicht direkt gefunden. Tabelleneigenschaften sind in mehrere Dialogfenster verteilt. Die Kopfzeile wird unter Tabelle – Zeile – Zeileneigenschaften markiert (Screenshot 4) markiert. Dies ist wichtig, damit die Tabelle auch für Screenreader lesbar ist.
  • Der Editor hat eine automatische Barrierefreiheitsprüfung, auf die Sie die Teilnehmer*innen hinweisen sollten. Sie findet sich unter Werkzeuge (Screenshot 5).
  • Wenn Studierende in der Lerngruppe sind, die Screenreader oder starke Vergrößerungen nutzen, weisen Sie sie auf die Hinweise zur Nutzung hin.
  • Screenreader-Nutzende können einige Formatierungsoptionen nicht selbständig vornehmen und keine Tabellen und Listen einfügen. Wenn dies erforderlich ist, benötigen sie Assistenz. 
Screenshot 3: Formatierungsleiste: Überschriftenformatierung unter Format – Blöcke
Screenshot 4: Kopfzeile markieren unter Tabelle - Zeile - Zeileneigenschaften
Screenshot 5: Barrierefreiheitstest unter Werkzeuge

Hinweise für Entwickler*innen

Wir führen die in den Tests gefundenen Barrieren hier sortiert nach den Richtlinien der gültigen europäischen Norm EN 301 549 auf, auf die die BITV 2.0 des Bundes und der Länder verweisen. Die Richtlinien beschreiben die zu erfüllenden Erfolgskriterien. In der WCAG 2.1 sind zusätzlich Techniken angegeben, wie die Kriterien erfüllt werden können. BITV 2.0, EN 301 549 und die WCAG 2.1 sind deshalb wichtige Dokumente für die Entwickler*innen, um ihre Anwendungen barrierefrei zu programmieren. Der ARIA Authoring Practices Guide (APG) der W3C gibt zudem Hinweise zur Programmierung barrierefreier Webseiten. Die Nummern der Überschriften entsprechen den Kapitelnummern der EN 301 549.

9.1 Wahrnehmbar
9.1.4 Unterscheidbar
9.1.4.4 Text auf 200% vergrößerbar

Im Editor TinyMC sind einige Dialogfenster für die Formatierung bei einer Vergrößerung um 200 Prozent nicht mehr vollständig sichtbar. Die Formatierungen können deshalb nicht vorgenommen werden, weil zum Beispiel der Speichern-Schalter nicht sichtbar und erreichbar ist.

9.2 Bedienbar
9.2.1 Tastaturbedienbar
9.2.1.1 Ohne Maus nutzbar

Links können ohne Maus nicht eingefügt werden.

9.4 Robust
9.4.1 Kompatibel

Nicht alle Formatierungsoptionen im TinyMC sind für Screenreader zugänglich, dies betrifft die Formatierung von Listen und das Einfügen und Formatieren von Tabellen. Bei Farbänderungen erhält der Screenreader kein Feedback, ob sie umgesetzt wurden.

11.8 Editor TinyMC als Autorenwerkzeug

Die Barrierefreiheitsprüfung sollte direkt in der ersten Ansicht der Formatierungsleiste sichtbar sein, sonst wird sie übersehen.

Die Anordnung der Formatierungsoptionen im TinyMC ist nicht immer leicht verständlich und intuitiv. So haben die Tester*innen die Option zur Überschriftenformatierung erst nach längerem Suchen gefunden. Die Formatierung von Tabellen ist ebenfalls kompliziert.

Lizenzhinweis

Zitiervorschlag
„Moodle Glossar - Ergebnisse der Barrierefreiheits- und Usability-Tests und Empfehlungen zum Einsatz in Studium und Lehre. Kompetenzzentrum digitale Barrierefreiheit.nrw, Technische Universität Dortmund, Stand: April 2024“, Lizenziert unter: CC BY 4.0. 

Ausgenommen von der Lizenz sind verwendete Logos, Bilder und Bedienoberflächen.