Assistive Technologien im Studium erproben
Das Kompetenzzentrum baut ein AT-Lab auf, einen communitybasierten Raum zum Erproben, Beraten und Austauschen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche assistiven Technologien Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung im Studienalltag konkret unterstützen.
Ein Raum zum Ausprobieren
Das AT-Lab ist als offener und lernender Raum angelegt. Technologien werden hier nicht nur vorgestellt, sondern in realen Studiensituationen erprobt und bewertet. Dazu zählen das Lesen und Bearbeiten von Texten, die Teilnahme an Lehrveranstaltungen, die Orientierung in digitalen Lernplattformen oder die Zusammenarbeit in Gruppen. Erprobungsraum, Beratungsangebot, Wissensplattform und Diskursraum greifen dabei ineinander, sodass sich Erfahrungen systematisch sammeln und für unterschiedliche Bedarfe und Zielgruppen aufbereiten lassen.
Gemeinsam mit der Community
Das AT-Lab lebt von der aktiven Beteiligung der Community. Studierende mit Behinderung sind nicht nur Zielgruppe, sondern Fachleute ihrer eigenen Nutzungspraxis. Sie bringen Erfahrungen ein, testen Technologien im Studienalltag und wirken an Bewertung und Weiterentwicklung mit. Ebenso einbezogen werden Hochschulen, Beratungsstellen, Lehrende und weitere Netzwerkpartner. So entsteht eine lebensweltnahe Perspektive, die für die Einschätzung assistiver Technologien entscheidend ist.
Welche Technologien im Fokus stehen
Assistive Technologien verstehen wir als digitale und technische Lösungen, die Studierende mit Behinderung im Studium unterstützen und beeinträchtigungsbedingte Nachteile zumindest teilweise ausgleichen. Berücksichtigt werden klassische assistive Technologien, wie Screenreader, akustische Verstärker oder Vergrößerungshilfen ebenso wie Anwendungen und Funktionen, die ursprünglich für andere Zwecke entwickelt wurden, im Studium aber unterstützend wirken. Entscheidend ist nicht die technische Kategorie, sondern die konkrete Wirkung im Studienalltag.
Wie erprobt und bewertet wird
Die Erprobung orientiert sich an konkreten Studienanforderungen und beginnt in enger Zusammenarbeit mit studentischen Hilfskräften, die unterschiedliche Bedarfe und Nutzungsperspektiven einbringen. Je nach Technologie finden die Tests vor Ort während einer Lehrveranstaltung, digital oder in hybrider Form statt. Für die Auswertung kombinieren wir mehrere Zugänge: Erfahrungsberichte, Tagebuchstudien und Gespräche ebenso wie strukturierte Rückmeldungen und Bewertungsskalen. Im Zentrum steht die Frage, ob und wie eine Technologie im Studienalltag tatsächlich unterstützt.
Wissen, das weiterhilft
Die Erfahrungen aus dem AT-Lab werden praxisnah aufbereitet:
- Für Studierende entstehen verständliche Formate wie Workshops, Tutorials oder Screencasts, die zur eigenen Erprobung anregen.
- Für Hochschulen und Beratungsstellen stellen wir strukturierte Informationen bereit, etwa Testberichte, Leitfäden und Checklisten, die bei Auswahl, Bewertung und Bereitstellung assistiver Technologien unterstützen.
Neue Erkenntnisse fließen fortlaufend in die AT-NRW-Datenbank ein. So wächst ein Wissensangebot, das Studierende bei der Auswahl geeigneter Technologien begleitet und Hochschulen Orientierung gibt.
Austausch und Vernetzung
Ein fester Bestandteil des AT-Labs ist der kontinuierliche Austausch. Bestehende Vernetzungsformate, wie Netzwerktreffen, Sprechstunden etc. dienen dazu, Ergebnisse vorzustellen, Rückmeldungen einzuholen und offene Fragen gemeinsam zu diskutieren. Aufgegriffen werden auch aktuelle und kontroverse Themen, etwa der Einsatz von KI im Studium oder Fragen des Datenschutzes. Auf diese Weise wird Wissen nicht nur vermittelt, sondern gemeinsam weiterentwickelt.
Mitmachen
Das AT-Lab versteht sich als gemeinsamer Lern- und Entwicklungsraum und lädt zur Mitgestaltung ein. Studierende, Hochschulen, Beratungsstellen und Netzwerkpartner sind eingeladen, Technologien vorzuschlagen, eigene Erfahrungen einzubringen und an der Erprobung mitzuwirken.
Ziel ist es, den Einsatz assistiver Technologien im Studium nachhaltig weiterzuentwickeln und Teilhabe im Hochschulalltag zu stärken.
